Informationen zum Fuchsbandwurm

Die verbreitete Angst vor dem Fuchsbandwurm steht in keinem Verhältnis zum tatsächlichem Risiko. Die Anzahl der Neuerkrankungen ist verschwindend gering.
So geben auch Bandwurmforscher Entwarnung: "Dass man sich von Beeren den Fuchsbandwurm holen kann, gehört ins Reich der Legenden. Es ist für keinen einzigen Patienten erwiesen, dass er sich so angesteckt hat", sagt Molekularbiologe Klaus Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg.  "Ich esse Beeren und Bärlauch auch und mache mir deshalb keine Gedanken", bekräftigt Brehm. Und weiter: "Ein Sechser im Lotto ist wahrscheinlicher, als sich durch den Verzehr von Waldbeeren mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren".

Auch Obst und Gemüse von Kulturflächen müssten dann dieselben Ängste auslösen. Denn auch auf den Kulturäckern streifen die Füchse umher. In Deutschland erkranken jährlich ca. 15 Menschen am Fuchsbandwurm. Inkubationszeit 10 Jahre. Nur jeder dritte Infizierte hat ernsthafte Beschwerden. Zu 90% ist die Krankheit heute heilbar.
Im Straßenverkehr sterben jährlich Tausende von Menschen. Trotzdem fährt fast jeder regelmäßig Auto. Tausende sterben jährlich an der Grippe. Oder an den Folgen von Übergewicht. Und dennoch essen die Menschen zu viel und zu ungesund und bewegen sich zu wenig.
Vorsicht ist allerdings bei Haustieren geboten und diese sollten alle 3 Monate entwurmt werden, denn besonders der Hund gilt als guter Wirt für den Fuchsbandwurm.

Weitere Infos:
Hintergrundartikel in "wissenschft.de" vom 30.5.2007